Miyagi + The Alma Church Choir, Münster, AMP, 21. November 2008

Am 07. November war es für Münster’s Indie-Kapelle Nr. 1 endlich soweit, als “Hydraulic Son” standen nun 10 Songs von Miyagi gesammelt in Albumform in den Plattenläden und kurz danach auch den CD-Regalen der Republik. Für das Quintett natürlich ein Grund zu feiern und so luden sie zwei Wochen später zu Record-Release-Party und Video-Premiere zu “Whatever 2.0″ auf das Kuschelsofa der Band, das Münsteraner AMP.

Neben Fans und Freunden der Band fanden sich auch The Alma Church Choir als Gratulanten ein und eröffneten den Abend mit einem kurzen Set. Die beiden Akteure Andreas Laudwein und Ronnie Seiler spielten Leisetreter-Pop mit starken Beatles-Anleihen – “Song To John” wäre beispielsweise auch als Beatles-Coverversion durchgegangen - bewegten sich ansonsten im Spektrum von Iron & Wine und Kings Of Convenience.

Nach dem Set des Alma Church Choir gab es das erste kleine Highlight des Abends. Eine Leinwand wurde vor der Bühne aufgehängt und das Video zu “Whatever 2.0″ feierte seine Premiere im AMP. Die Anwesenden schauten gespannt auf die Leinwand und viele freuten sich wie die Schneekönige, als sie sich im Video sahen, keine Überraschung eigentlich, schließlich wurde das Video mitsamt Band und Fans vor ein paar Monaten im AMP gedreht. Aber dennoch ein sehr schöner Augenblick, das Endprodukt in so einem Rahmen am Entstehungsort präsentiert zu bekommen.

Es folgte noch eine winzige Umbaupause und die Helden des Abends marschierten entschlossenen Schrittes auf die kleine Bühne des AMP und hatten eine volle Ladung Hits dabei, die nun in den alten Güterbahnhof entladen werden sollte.  Von Beginn an merkte man der Band an, dass sie keine Zeit zu verlieren hat und stieg zackig mit “Misery/Battery” ein. Publikum und Band waren von Beginn an außer sich und der Miyagi-Zug nahm Fahrt auf.

Ein ähnlicher Kracher dann das anschließende “Hydraulic Son”, Titelstück des Albums und jetzt bereits ein Miyagi-Klassiker. Ein weiterer Klassiker sollte sogleich mit dem Band-Über-Hit “Whatever 2.0″ folgen. Sänger Stefan bedankte sich noch artig, dass so viele der Einladung gefolgt sind und sich im AMP eingefunden haben und die ersten Takte des Stücks erklangen. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr, weder auf noch vor der Bühne, der Boden des AMP bebte und die Stimmung erreichte einen ersten Siedepunkt, als Sänger Stefan ins Publikum marschierte, um das Lied dort zu singen.

So konnte es weiter gehen. Tat es natürlich auch. Mit den Stücken “Bad Penny” und “Sideways”. Beim anschließenden Song “Chimes” tauschten Sänger Stefan Matysick und Drummer Daniel Ortega die Plätze und das Tempo wurde etwas gedrosselt, die Anwesenden wurden mit zunehmender Hit-Dichte immer elektrisierter.

Der nächste Höhepunkt sollte in Form der Single “(Kill Me At The) Pony Ranch” nicht lange auf sich warten lassen. Sänger Stefan Matysick übertraf sich selbst in seinem leicht derangierten Tanzen und ließ sich zu ein wenig Crowdsurfen hinreißen. “How To Do It” und “Holidays In Okinawa” spielten Miyagi dann in einem rasenden Tempo, letzteres Stück eigentlich 3:20 Minuten lang, war schon nach 2 Minuten vorbei und Stefan meinte leicht schmunzelnd “Nicht das wir’s eilig hätten…”. “Shoot Shoot”, der beste Track des Albums, schlug mit seinem Reaggae-Ryhthmus noch einmal richtig ein, bevor die Band mit “M.E.G.A.N.” noch eine Portion feinsten Indie-Rocks als Abschluss zum Besten gab.

Es sollte dann allerdings nicht lange dauern, bis Sänger Stefan wieder auf die Bühne kam, um alleine und nur mit einer Gitarre bewaffnet “The Whale”, den Album-Opener anzustimmen. Nach knapp einer Strophe und einigen Verspielern gab er das aber leider schon wieder auf und der Rest der Band kam auf die Bühne um ihn zu erlösen und mit “Ice Cream” das letzte Stück des Abends zu spielen. Was danach zurück blieb war eine elektrisierte Masse und die Gewissheit eine der besten Newcomer-Bands des Jahres erlebt zu haben.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr hier

Iain WhiteTapes

~ von iainwhitetapes - November 25, 2008.

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