Fleet Foxes – Fleet Foxes (s/t)
1981 veröffentlichte Disney den zeitlosen Trickfilm Cap und Capper, in dem es um einen Fuchs geht, der von einer Witwe großgezogen wird und Freundschaft mit einem Jagdhund schließt. Am Ende des Films läuft es darauf hinaus, dass der inzwischen erwachsene Jagdhund den Fuchs jagt und dann doch lernt, wie wichtig Verständnis, Friedfertigkeit und ein tolerantes Miteinander sind. Diese Disney-typische Harmoniesucht und Friedfertigkeit meint man auch auf dem selbstbetitelten Debüt der Fleet Foxes aus Seattle heraus zu hören.
Eine der größten Inspirationen der Fleet Foxes sind jedoch die Platten der Eltern, unter denen sich Baby-Boomertypisch Klassiker wie Simon & Garfunkel, Crosby, Stills & Nash, The Zombies und Konsorten finden. Diesen Sound haben die Fleet Foxes aufgesogen, bis in jede Körperzelle verinnerlicht und in ihrer Musik zu einer klangvollen Synthese verbunden. So schaffen die Fleet Foxes eine pastorale, harmonische und im positiven Sinne altmodisch anmutende Stimmung. Fast wie Minnesänger, die über die vielfältigen abgebildeten Szenen aus dem Brueghel Gemälde singen, dass sich die Fleet Foxes als Covergestaltung ausgeswählt haben. Es fällt einem einfach schwer das Adjektiv „schön“ im Zusammenhang mit Songs, wie „He Doesn’t Know Why“ oder „Sun It Rises“ – bei dem einem förmlich die Sonne im Herzen aufgeht – zu meiden, da die Mischung aus akustischen Gitarren, Harmoniegesang, Klavier und allerlei anderen melodischen Spielereien einen warmen Sound erschaffen, zu dem wahrscheinlich sogar Mr. T zum Hippie würde. Es ist erstaunlich, wie es ein paar Mittzwanziger schaffen, sich eines Sounds zu bedienen, der scheinbar schon von bereits erwähnten 60er Jahre Helden bis zur Ekstase durchexerziert wurde und diesem sogar noch eine eigene epochale Note verleihen. Ein Sound, der sich einem zwar nicht sofort, dafür aber um so immenser erschließt. Ungewöhnlich scheint zwar, dass die Fleet Foxes in den USA ausgerechnet auf dem Label Sub Pop untergekommen sind, aber zwischen Band of Horses, Sera Cahoone und Grand Archives sind sie dort dann doch bestens aufgehoben.
Homepage des Labels mit Album E-Card
Myspace der Band
Iain WhiteTapes
~ von iainwhitetapes am Juli 27, 2008.
Veröffentlicht in Album Reviews
Schlagworte: Albumreview, Band of Horses, Barock, Bella Union, Brueghel, Cap und Capper, Chuck Norris, Disney, Fleet Foxes, Grand Archives, Hippie, Indie, Liebeskummer, Musik, Rezension, Seattle, Sera Cahoone, Simon & Garfunkel, Sub Pop, Sun it Rises, Washington

[...] Die Schlange vor dem Spiegelzelt wurde mit fortschreitender Zeit immer länger und reichte bei den Fleet Foxes fast bis in die Halderner Innenstadt. Na gut, nicht ganz, aber es schien, als wollten alle 7.000 [...]
Haldern Pop 2008 - a Birthday Party « WhiteTapes - the indie zine schrieb dies am August 20, 2008 um 11:44
[...] Klingt kompliziert, aber hier kommt auch schon das Beispiel zur Verdeutlichung, den sagenhaften Fleet Foxes hängt seit ihrer “Sun Giant” EP ein Vergleich mit den Beach Boys hinterher, die [...]
The Little Ones - Morning Tide « WhiteTapes - the indie zine schrieb dies am August 29, 2008 um 4:35
[...] Folk, ganz minimalistisch nur mit Gitarre und Laptop eingespielt. In manchen Momenten an die Fleet Foxes gemahnend, in anderen an Bon Iver, oder auch Jose [...]
Peter Broderick - Home « WhiteTapes - the indie zine schrieb dies am Oktober 30, 2008 um 3:00
[...] Fleet Foxes standen nun nämlich auf dem Programm und sollten sich nun auch live, wie schon auf ihrem Debütalbum als hoch talentierte, junge Musiker entpuppen. Gleich von Beginn an setzten sie ihre [...]
Rockpalast Festival - Travis + Ben Folds + Donovan Frankenreiter + Fleet Foxes + Glasvegas + The Rascals, Essen, Grugahalle, 22. November 2008 « WhiteTapes - the indie zine schrieb dies am November 23, 2008 um 8:30